Bibliotheksaal

Der Bibliotheksaal

Probst Franziskus Töpsl, wohl der bedeutendste unter den Pröpsten des Augustiner-Chorherrenstiftes Polling, ließ als letzten Höhepunkt einer tausendjährigen Klostertradition einen prächtigen Bibliotheksaal errichten. Obwohl noch im späten Rokoko entstanden, geht der Pollinger Bibliotheksaal mit seiner Architektur doch bereits auf den Neoklassizismus zu. Matthäus Bader, Thassilo Zopf (Stuck) und Johann Baader (Deckengemälde) sind die „Schöpfer“ des bedeutenden Raumes. Der Baumeister Bader erlebte die Vollendung seines Werkes nicht mehr, da er Ende 1776 starb; sein Sohn Franz Joseph vollendete den Bau. Johann Baptist Baader schuf mit den Deckengemälden ein Jahr vor seinem Tode (1780) noch sein großes Spätwerk.

Mit der Säkularisation im Jahre 1803 wurde die Klosterbibliothek aufgelöst. Etwa 50.000 Bücher sind dem „Päppdeckelmacher“ also der Papiermühle zugeführt worden. Der Rest kam mit ca. 20.000 Bänden an die kurfürstliche Hofbibliothek (die heutige Bayerische Staatsbibliothek) und mit etwa 7.000 Exemplaren an die Universitätsbibliothek nach Ingolstadt. Es waren die allerbesten Werke, nahezu aus allen Wissensbereichen. Der bedeutendste, über den Klosterbereich hinaus wirkende Bibliothekar war ohne Zweifel Gerhoh Steigenberger. 1773 folgte er einem Ruf als Professor für Philosophie an die Universität zu Ingolstadt und promovierte dort in Philosophie und Theologie. Dort erfolgte auch seine Ernennung zum Oberbibliothekar der Universität. Er leitete auch den Neuaufbau des Bücherbestandes in dem von 1776 bis 1779 erstellten Bibliotheksaal. 1781 wurde Steigenberger zum Vorstand der damaligen kurfürstlichen Hofbibliothek bestellt.

Nach der Säkularisation 1803 diente der Saal verschiedenen ökonomischen Zwecken, ehe er von 1972 bis 1975 vom „Verein der Freunde des Pollinger Bibliotheksaales“ restauriert und einer neuen Bestimmung als Konzertsaal für Kammermusik von internationalem Rang zugeführt wurde. (Textauszug: www.bibilotheksaal.de)

Führungen/Anmietung

Freunde des Pollinger Bibliotheksaals e. V.

Hanne Wittermann
Tel. +49 (0)881-13 16

www.bibliotheksaal.de